M&A-Transaktionen mit Menschen & Maschinen

Digitalisierung im M&A - Buzzword oder echte Chance?

Der Begriff "Digitalisierung" ist eines der wichtigsten Buzzwords unserer Zeit. Aber wie sieht dieser Prozess für digitale Dienstleistungsunternehmen im M&A aus? Und lässt sich hierbei wirklich von einem neuen Standard für modernes M&A sprechen?

Seit mindestens 20 Jahren ist Digitalisierung wohl eines der wichtigsten Buzzwords aller Industrien. Die Faszination, analoge Prozesse präzise digital abzubilden und zu (teil-)automatisieren hat seither nicht abgenommen. Leider lassen sich Arbeitsabläufe und Workflows nicht immer genau definieren und in klare Strukturen drängen. Insbesondere kommunikative und erfahrungsbasierte Dienstleistungen wie sie beispielsweise von Therapeuten, Finanzberatern oder Rechtsanwälten angeboten werden, lassen sich nur bedingt maschinell unterstützen.

Die Digitalisierung von Beratungsunternehmen nimmt dabei eine besondere Rolle ein. Junge Startups und neue Gründer haben bereits vielfach versucht, Beratungsunternehmen (insbesondere im digitalen Marketing and Vermittlungsunternehmen) zu digitalisieren. Tools und semi-automatisierte Workflows, die aus diesen Pionierprojekten hervorgingen, werden mittlerweile breit und branchenübergreifend genutzt. Holistische Digitalisierungsprojekte scheiterten hingegen durchweg. Auch die M&A-Branche ist davon betroffen.

Mit dem abgeflauten Hype um holistische Vollautomatisierung fokussiert sich das Thema Digitalisierung zunehmend auf die smarte Verknüpfung von menschlichen und maschinellen Komponenten in der Entwicklung von human augmented Arbeitsumgebungen. Für wen sich dieser neue Standard der M&A-Beratung lohnt und wie sich innovative Ansätze für moderne Transaktionen nutzen lassen, hängt von vielen Faktoren ab.

Human Augmented M&A

Die Kapazität des menschlichen Erinnerungsvermögens ist begrenzt. Selbst der erfahrenste Stratege erinnert sich im besten Fall an die letzten 3-4 Verhandlungen im Detail. Doch selbst bei bester Dokumentation und umfangreichem internen Knowledge Management lässt es sich nicht verhindern, dass Datenpunkte aus vergangenen Projekten in Vergessenheit geraten. Das bedeutet nicht, dass die Erfahrungen aus den Verhandlungen verloren gehen - vielmehr kombinieren sich mehrere Datenpunkte zu einer neuen, eigenen Strategie die (bewusst oder unbewusst) in die DNA des Verhandlungsführers übergeht. Kombiniert mit dessen Interpretationsfähigkeit, die es ihm erlaubt non-verbale Signale und Körpersprache zu deuten, stärkt vor allem die Gesamtheit dieser Strategien die Sicherheit des strategischen Beraters.

Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen (ML) implementieren in der Basis einen ähnlichen Ansatz. Hier spielt Speicherkapazität i.d.R. keine Rolle - alle historischen Datenpunkte können also jederzeit zum Training der KI verwendet werden und kontinuierliche Strategien entwickeln. Das Deuten von menschlichen Signalen und Tonalitäten hingegen, ist nach wie vor ein wissenschaftliches Minenfeld und inhaltlicher Schwerpunkt zahlreicher Forschungsprojekte.

Die Kombination beider Elemente - menschlicher Intuition und maschineller Präzision - ermöglicht einen neuartigen Ansatz, M&A-Projekte zu entwickeln. Die zum Teil hoch emotionalen und non-verbalen Erfahrungswerte trainierter M&A-Berater werden durch eine äußerst genaue, systematische und objektive Software unterstützt, die nicht nur eine lückenlose Erfassung und Berücksichtigung historischer Daten vergangener Projekte erlaubt, sondern auch zur Unterstützung schwieriger Entscheidungen durch kontinuierliche Analysen und statistisch signifikante Datenmuster dienen kann.

Pragmatische Perspektiven

Insbesondere bei langfristig geplanten Strategien kann die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine zu datenbasiertem Wachstum führen. So bieten sich hinsichtlich strategischer Wachstumsvorhaben, Nachfolgeplanungen, Asset-Zukäufen oder Buy-Ins bei der Konkurrenz viele Chancen, statistische Datenmuster vergangener Projekte und ähnlicher Unternehmen zu analysieren, gleichzeitig aber auf die strategische Raffinesse und Felderfahrung der involvierten Berater zu bauen. Die Vorteile dieses Ansatzes beginnen schon im frühzeitigen Profiling potenzieller Parteien, umfassen die Unternehmensbewertung und Positionierung und schließen letztendlich mit der zielgerichteten Unterzeichnung von Vertragsunterlagen, die beste Konditionen für alle Beteiligten gewährleisten.

Auch bei kommunikativen Herausforderungen können statistisch orientierte Systeme erhebliche Zeitaufwände einsparen. Zwanzig Personen aus zwölf verschiedenen Ländern an einen Tisch zu bekommen kann schnell eine Goliath-Aufgabe werden. Die Synchronisierung der einzelnen Kalender beteiligter Parteien ist aus datenschutzrechtlichen Gründen dabei nicht immer möglich. Hier lohnen sich Muster aus vergangenen Terminfindungen (u.U. sogar mit überschneidenden Teilnehmern), um die höchst mögliche Wahrscheinlichkeit für ein Zusammenkommen zu errechnen und die Terminfindung substanziell zu vereinfachen.

Die bereits angedeutete geographische Distanz ist das wohl offensichtlichste, dennoch nicht zu unterschätzende Feature im digitalen M&A. Digitalisierung bedeutet eben nicht nur die Verwendung hochfunktionaler KI und proprietärer Algorithmen, sondern auch die dezentrale, digitale Organisation von örtlich verteilten Projekten. Länderübergreifende Verhandlungen sind im Zeitalter von Webanwendungen und VoIP-Telefonaten kaum noch ein Grund, in ein Flugzeug zu steigen. Insbesondere zu Beginn und zum Abschluss einer Transaktion sind 1-2 Treffen nach wie vor von zentraler Bedeutung für den Erfolg des Projektes. Diese werden sich auch in absehbarer Zeit nicht problemlos digitalisieren lassen. Sämtliche Prozesse dazwischen lassen sich hingegen sehr effizient digital abwickeln. So wird die Zusammenarbeit mehrerer Partner innerhalb eines Projektes auch durch die dezentrale Speicherung von Informationen in gesicherten, digitalen Datenräumen, massiv erleichtert. Erweitert durch digitale Lösungen zur Unterzeichnung von Dokumenten und einer Versionierung von Dateien, entwickeln sich aus ehemals funktional erdachten Storage-Plattformen schnell unabdingbare Asset-Management Werkzeuge.

Der neue Standard

Die Chancen der Digitalisierung im M&A kommen nicht nur einzelnen Branchen oder spezifischen Unternehmenskategorien zu Gute. Massive Mega-Corporations können ebenso von mächtigen, digitalen Workflows profitieren wie KMUs oder sogar Management Buy-in- Kandidaten. Insbesondere junge, tech-affine Unternehmen werden sich voraussichtlich in den kommenden Jahren zunehmend auf digitale Lösungen verlassen. Ein ähnlicher Trend lässt sich bereits seit einigen Jahren in der Finanzbranche beobachten. Der Aufstieg smarter Digitalbanken wie Tomorrow, N26, Revolut etc. und Marktplätzen wie z.B. Trade Republic zeigen, wie einfach der Einstieg in diese ehemals schwer und langsam zu erschließenden Bereiche sein kann.

Unsere Beobachtungen der M&A-Branche über die vergangenen Jahrzehnte führen zu einem klaren Fazit. In zahlreichen Projekten, in denen unser Team und unsere Partner vor allem mittelständischen Unternehmen bei Nachfolgeplanung und strategischem Wachstum geholfen haben, bilden sich oft klare Muster heraus. Kommunikative, organisatorische und insbesondere strategische Herausforderungen lassen sich retrospektiv aus der Dokumentation unserer vergangenen Projekte herauslesen. Auf dem Fundament dieser einzigartigen Datenbasis haben wir den P4i Hub entwickelt - eine innovative Plattform für holistisches M&A und Deal Management. Ein endgültiges Neudenken der vorherrschenden “simpler Marktplatz vs. Individualberatung”-Mentalität. Ein neuer ganzheitlicher und digitaler Standard für M&A in Europa.

Im P4i Hub können Unternehmer ihre Nachfolge- oder Wachstumsstrategie vorausplanen und mit Hilfe einer eigens entwickelten KI für M&A pro-aktiv unterstützen lassen. Datenbasierte Entscheidungshilfen und statistische Gewinnchancen werden dabei durch ein professionelles Team erfahrener M&A-Berater ergänzt. Dadurch ergibt sich eine optimale Symbiose aus menschlichen Erfahrungswerten &Verhandlungsexpertise sowie datengesteuerten Prozessen. Unternehmer und Investoren profitieren nicht nur vom direkten Zugang zu einem ausgewählten Netzwerk, sondern auch von einer partnerschaftlichen und individuellen Betreuung auf partnerschaftlicher Augenhöhe bei maximaler Präzision und Professionalität.

Digitalisierung ist mehr als ein Buzzword im M&A. Es ist der neue Standard.

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Die Technologie des P4i Hubs basiert auf der fundierten M&A Expertise des Teams von P4i Partners. Spannende Insights und Hintergründe zu erwiesenen Workflows und Best-Practices aus verschiedenen Branchen finden Sie in unserem Research Center.

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