Erprobte Strategien, die auch unter Zeitdruck anwendbar sind

4 Tipps für eine erfolgreiche Due Diligence

Bei jeder Due Diligence sollte Wert auf die Balance zwischen Detailorientierung und Pragmatismus gelegt werden. Dieses Gleichgewicht ist neben einer soliden Methoden- und Branchenexpertise sehr wichtig, da die Datenlage oft suboptimal und der Zeitdruck trotzdem hoch ist.

Identifizieren Sie potenzielle Dealbreaker so früh wie möglich

Potenzielle „Dealbreaker“ müssen schnellstmöglich auf den Tisch und verantwortungsvoll ausgewertet werden. Dadurch lässt sich überhaupt erst entscheiden, ob das Projekt fortgeführt wird oder eben nicht. Unmittelbar zu Beginn sollten also Thesen aufgestellt und gemeinsam mit einem externen Berater überprüft werden. Schon in frühen Phasen der Transaktion (und vor allem mit überschaubarem Aufwand) kann so geklärt werden, ob es potenziell kritische Themen gibt und falls ja, welche Relevanz diese haben. In diesen Phasen muss zügig und mit dem richtigen Maß an Pragmatismus jede aufgestellte These geprüft und analysiert werden. Nur dann kann das geplante Investment erfolgreich werden. Erst wenn alle Risiken (z.B. geringes Marktwachstum, schwache Wettbewerbsposition, zu hohe Kundenkonzentration etc.) ausgeschlossen wurden, geht es in die nächste Phase.

Die Erfahrung zeigt: Der Zeitdruck ist in der Regel hoch. Dadurch besteht häufig die Gefahr, zu schnell zu arbeiten und potenzielle Dealbreaker nicht detailliert genug zu analysieren. Das kann im weiteren Verlauf der Transaktion bzw. der Halteperiode zu nachhaltigen Problemen führen. Wenn 70% der Marktexperten die gleiche Meinung haben, dann ist es verführerisch, dieser zu folgen. Warum aber haben die übrigen 30% der Experten unterschiedliche Auffassungen? Sehen sie einen anderen Markt? Kennen sie sich möglicher Weise besser aus? Haben sie einen tieferliegenden Trend im Hinterkopf? Wie wurden die Experten ausgewählt? Man ist gut beraten, die abweichenden Meinungen gut zu prüfen bevor man der Mehrheitsmeinung folgt.

Branchenspezifische und erfahrene Beraterteams auswählen

Die Durchführung der Due Diligence erfordert Profis, die sich mit der Materie auskennen. Sie sollten wissen, was, wie, wann gemacht werden muss (und warum). Die Erfahrung zeigt, dass Methodenexpertise und Branchenwissen dabei gleichermaßen wichtig sind. Außerdem muss die Chemie stimmen, sodass ein Vertrauensverhältnis zwischen den Parteien entstehen kann. Es ist besonders hilfreich, wenn Investoren und das Beraterteam sich gut verstehen und einander vertrauen. In jedem Projekt kommen auch kritische und unangenehme Themen auf den Tisch. Da ist es hilfreich, wenn auf Augenhöhe gesprochen werden kann.

Eine wichtige Rolle spielt außerdem ein professionelles Erwartungsmanagement. Gerade im Bereich kleiner und mittelständischer Unternehmen sind die Märkte speziell und analytisch vergleichsweise schwer zugänglich. Typischerweise erwünschte Informationen liegen häufig nicht vor oder können nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand beschafft werden. Also ist es dringend erforderlich, unter Berücksichtigung von Ressourcen und Budget auch mit unvollständigen Informationen zu leben und einen 80/20 Ansatz zu akzeptieren. Es empfiehlt sich daher, manchmal besser einen Punkt zu setzen, Datenunvollkommenheit als gegeben zu akzeptieren und – sofern es sich nicht um einen potenziellen Dealbreaker handelt – einfach weiter zu arbeiten. Die Due Diligence ist eine Bewertung, keine Neuerfindung der Sache an sich.

Den Strategiedialog bereits während der Due Diligence beginnen

Die Durchführung der Due Diligence ist das ideale Werkzeug, um eine „Commercial Agenda“ oder einen 100-Tage-Plan aufzustellen. Beschäftigt man sich einmal so intensiv und geballt auf einen Blick – wie es für die Bewertung notwendig ist – mit Kunden-, Markt- und Wettbewerbsumfeld, Geschäftsmodell und Produktportfolio, wird schnell klar, in welche Richtung sich das Unternehmen entwickeln muss, um in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Due Diligence bietet für die Unternehmensstrategie eine ausgezeichnete Informationsbasis – auch für den Dialog zwischen Unternehmen und Investor. Nichts ist besser als eine abgestimmte Strategie für die Dauer der gemeinsamen Zusammenarbeit. Von diesem Blickwinkel aus betrachtet ist die Bereitstellung einer sauberen Informationsbasis auch für das Unternehmen vorteilhaft – ein Gesichtspunkt der sogar in proprietären Prozessen immer noch häufig unterschätzt wird. Zudem sollte in allen Projekten auch mögliche Exit-Strategien geprüft werden. Ein transparenter Dialog über den Exit des Investors ist häufig eher hilfreich als schädlich. Das schafft Vertrauen und gibt Sicherheit für alle Beteiligten.

Das Phasenmodell des P4i Hubs

Im P4i Hub folgen alle Projekte denselben Strukturen, die einerseits Vergleichbarkeit zwischen Projekten ermöglicht, andererseits aber auch sicherstellt dass die richtigen Informationen zur richtigen Zeit zwischen den Partnern vermittelt werden. Der direkte Dialog aller Parteien ist zu jedem Zeitpunkt möglich. Dennoch liegt der Fokus auf zielgerichteten Todos zur Sicherstellung des effizienten Voranschreiten und des transparenten Informations- und Erwartungsaustausches im Hinblick auf den langfristigen Erfolg des Projektes.

Hierbei kommen die persönliche Beratung von P4i Partners und die KI-unterstützte Technologie des Hubs zusammen um ein holistisches Deal-Management im Interesse aller Parteien zu gewährleisten. Die Prozesse und Workflows wurden dabei auf jahrelanger Industrieerfahrung und state-of-the-art Kommunikationsprotokollen entwickelt.

Wenn Sie mehr über das P4i Phasenmodell erfahren wollen oder Fragen zu unserem Vorgehen haben, melden Sie sich gern jederzeit zu einer unverbindlichen persönlichen Beratung bei uns. Wir freuen uns, Sie in Ihrer nächsten Due Diligence unterstützen zu können.

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Die Technologie des P4i Hubs basiert auf der fundierten M&A Expertise des Teams von P4i Partners. Spannende Insights und Hintergründe zu erwiesenen Workflows und Best-Practices aus verschiedenen Branchen finden Sie in unserem Research Center.

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